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Sonstiges  

Kreistag 2015

Der Kreis kann noch lange leben

Die geplante Strukturreform im Tischtennis geht wohl am Fichtelgebirge vorbei. Beim Kreistag plädieren die Vertreter der Vereine für den Fortbestand.
Und sie werden diskutieren, ob bald mehr Teams nur mit vier Spielern antreten.

Den Tischtenniskreis Fichtelgebirge wird es höchstwahrscheinlich noch mehrere Jahre geben. Mit dieser Erkenntnis verließen die Vorsitzenden und Abteilungsleiter das Sportheim des SV 04 Marktredwitz. Beim Kreistag hatten ihnen Bezirksvorsitzender Hartmut Müller und Kreisvorsitzender Wolfgang Neidhardt verdeutlicht, dass es derzeit keine konkreten Planungen gebe, den Kreis aufzulösen. »Wir wollen erst einmal eure Meinung hören«, hatte Neidhardt zu Beginn des Kreistages gesagt.

Meinungen sind auch gefragt zu einem zweiten Thema: Vierer-Mannschaften. Derzeit gibt es im Kreis Fichtelgebirge nur ganz unten eine Liga für Teams mit verkleinertem Umfang. Doch im Lauf des Kreistages zeichnete sich ab, dass es Vorteile für die Vereine haben könnte, wenn beispielsweise auch die 3. Kreisliga mit Vierer-Mannschaften bestückt würde. Um diese Frage rechtzeitig zu klären, sollen sich die Vereinsvertreter Ende September zu einer Arbeitstagung treffen.

Der Bezirkschef schilderte, was aus der geplanten Strukturreform geworden ist: Im November 2013 hatte das Präsidium des Bayerischen Tischtennis-Verbandes (BTTV) einen Vorstoß unternommen mit dem Ziel, aus 63 Kreisen im Freistaat 32 zu machen. Für Oberfranken habe sich im Frühjahr 2014 eine Reduzierung auf vier statt bisher neun Kreise angedeutet. Beim Verbandstag vor einem Jahr habe der Bezirk das Mehrheitsvotum der Vereine gegen eine Reform weitergegeben. Zunächst sei er alleine auf weiter Flur gewesen. Doch nach und nach habe sich offenbar auch in Mittel- und Unterfranken die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Reform den Vereinen nichts bringe, sondern eher Aktive kosten könne. »Der Widerstand ist stetig gewachsen«, berichtete Hartmut Müller. Im März dieses Jahres habe schließlich das BTTV-Präsidium den Antrag zurückgezogen.

Nun stehe bestenfalls noch eine kleine Reform im Raum, nämlich die Auflösung des Kreises Fichtelgebirge als kleinster Einheit in Oberfranken. Die könne frühestens für die Saison 2017/18 ins Auge gefasst werden. Es gebe aber weder konkrete Pläne, geschweige denn Beschlüsse, versicherte der Bezirksvorsitzende und bat ausdrücklich um Meinungen.

»Lassen, wie es ist«, forderte eindeutig Rolf Reichert vom SV Holenbrunn. Willi Beck, TV Wunsiedel, unterstrich: »In unserem Kreis sind alle zufrieden.« Sollten die Vereine den benachbarten Kreisen Hof/Frankenwald, Bayreuth oder gar Tirschenreuth angegliedert werden, so wollten einige Spieler den Schläger an die Wand nageln, berichteten einige weitere Vereinsvertreter.

Es gibt aber auch Argumente, die dafür sprechen, größere Kreise zu bilden. »Das Leistungsgefälle in unseren Ligen wird größer«, stellte Wolfgang Neidhardt unwidersprochen fest. Gemeinsam mit Mannschaften aus Nachbarkreisen könnte eine höhere Leistungsdichte erzielt werden. Ein weiteres Argument, das eher für eine Reform spricht, brachte Winfried Götz, TS Arzberg, vor: »Wir brauchen noch mehr tatkräftige Leute in der Führung des Kreises.« Roland Söllner, Kreisfachwart für Öffentlichkeitsarbeit, brachte eine Vergrößerung des Kreises Fichtelgebirge, etwa um die Vereine aus Gefrees und Zell, ins Gespräch. Der Anstoß dazu müsse allerdings von diesen kommen, erklärte Wolfgang Neidhardt.

Er wird den Kreis weiter führen und auch die Kasse betreuen. Neben ihm wählten die Vereinsvertreter beim Kreistag Rainer Pfaucht aus Weißenstadt zum Sportwart, Heinz Matzke vom TV Längenau zum Jugendwart und Roland Söllner, TSV Niederlamitz, zum Fachwart Öffentlichkeitsarbeit. Um den Einzelsport wird sich weiterhin Uli Pinzer, TS Arzberg, kümmern. Wobei an Turnieren in den vergangenen Jahren immer weniger Spieler teilgenommen haben. Auch die neue Form eines völlig offenen Turnieres, die in anderen Bezirken angenommen werde, ist laut Götz und Pinzer im Fichtelgebirge auf keine Gegenliebe gestoßen.

Leicht rückgängig sind auch die Zahlen im Mannschafts-Spielbetrieb. 59 statt 61 Herrenteams, 13 minus 3 zurückgezogene statt 12 Jugendteams, ein statt zwei Mädchenteams – so sieht die Bilanz des Kreisvorsitzenden nach der gerade abgelaufenen Saison aus. Damit liegt der Kreis Fichtelgebirge im Trend: Im Bezirk Oberfranken ist laut Hartmut Müller die Zahl der Mannschaften innerhalb der vergangenen zehn Jahre von 1401 auf 1106 zurückgegangen.

Der Kreisvorsitzender dankte den Vereinen für die Spendenaktion zugunsten von Max Wölfel im vergangenen Jahr. Dem schwer erkrankten ehemaligen Sportkameraden habe der Kreis 1450 Euro für neue medizinische Technik überwiesen. Bezirksvorsitzender Müller ehrte zwei langjährig tätige Funktionäre: Willi Beck im Namen des Landessportverbandes für 35 Jahre Arbeit in verschiedenen Ehrenämtern sowie Bettina Weigel, TTC Kirchenlamitz, im Namen des BTTV für zehn Jahre Tätigkeit als Abteilungsleiterin.

./  WN